6. Altenholzer Forum zum Waffenrecht am 3. Juni 2026
Zum sechsten Mal sind Angehörige der Landespolizeien, darunter aus Niedersachen und NRW, der Bundespolizei, des Zolls und der Justiz sowie der Waffen- und Ordnungsbehörden des Landes der Einladung zur Teilnahme an einer Sonderlehrveranstaltung der FHVD zum Waffenrecht am Campus Altenholz gefolgt. Wie in den Vorjahren konnten auch Gäste aus dem Kreis der geheimschutzbetreuten Unternehmen und der Bundeswehr sowie des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein begrüßt werden.
Organisiert vom Fachbereich Polizei unter Leitung von LPD Gaby Häuser schüttelten die Lehrbeauftragten Olaf Weddern und André Busche als Tagungsleiter die Hände vieler Gäste, die bereits in den Vorjahren das Forum besucht hatten. Vorausschauend war das Auditorium etwas großzügiger bestuhlt worden, da zu den „alten Hasen“ viele neue Interessierte stießen.
Pünktlich um 9 Uhr begann nach dem ebenfalls schon traditionellen Kaffee-Empfang die Veranstaltung. Die rund 240 angemeldeten Zuhörerinnen und Zuhörer erhielten nach Grußworten des Präsidenten der FHVD, Priv.-Doz. Dr. habil. Jens Kowalski und des Leiters der Polizeiabteilung im Innenministerium MDgt Ingo Minnerop den traditionellen Rundblick „Neues im Waffenrecht“ durch André Busche. Hier standen insbesondere waffenrechtliche Regelungen zum Umgang mit Nachtsichttechnik, insbesondere zur Aufbewahrung dieser Gegenstände, und Regelungen für den Verkauf von Hieb- und Stoßwaffen auf öffentlichen Veranstaltungen im Fokus – die diesbezüglichen Verbotsregelungen und die Strafrahmen überraschten nicht wenige Gäste.
Zwei regelmäßige Gäste der Veranstaltung stellten im nachfolgenden Vortrag Fakten rund um den Amoklauf in Halle im Jahre 2019 vor. KHM a.D. Axel Schubert und KHK a.D. Olaf März von der Polizei Sachsen-Anhalt verschafften den Zuhörerinnen und Zuhörern damit besonders intensive Einblicke in den Ablauf einer Tat, die auch Jahre später Polizei und Justiz beschäftigen sollte. So beklemmend manche Information auch war, zeigten die herausgearbeiteten Situationen eindrucksvoll die besonderen Herausforderungen für die Bewältigung solcher Einsatzlagen durch die ersteintreffenden Kräfte und die Einsatzleitung.
Der Hauptvortrag des Tages widmete sich einem Thema, mit dem Polizeivollzugsbeamte fast zwangsläufig konfrontiert werden – denn erlaubnisfreie Waffen mit den Kennzeichen „PTB im Kreis“ oder „F im Fünfeck“ sind ab 18 Jahren frei erwerbbar und darum weit verbreitet. Auch die Diskussion um den „Kleinen Waffenschein“, der für das Führen einer geladenen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffe, kurz SRS-Waffe erforderlich ist, rückt diese Waffengattung regelmäßig in den Blickpunkt. Mit umfassendem Wissen, das er mitreißend, unterhaltsam und prägnant vermittelte, verschaffte Oliver Slanina, der die Abteilung zur Prüfung und Zulassung dieser Waffen bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig leitet, den Forumsgästen viele Erkenntnismomente – unter anderem zur europäischen Rechtslage und den Gefahren durch SRS-Waffen aus anderen Mitgliedsstaaten, deren Umbaufähigkeit in schussfähige Waffen auch Teil des Vortrags war. Dass einzelne Modelle Geschossenergie erreichen, die denen „echter“ Schusswaffen gleichkommen, sorgte für sorgenvolle Mienen – denn auch der Besitz dieser Waffen ist in Deutschland grundsätzlich „frei ab 18“.
Torsten Riegler, ebenfalls Lehrbeauftragter der FHVD im Fachbereich Polizei und in der Abteilung Polizeilicher Aufgabenvollzug im Kieler Innenministerium tätig, führte in seinem anschließenden Vortrag durch die rechtlichen Regelungen zum Umgang mit Waffen und gefährlichen Gegenständen im Spannungsfeld von Versammlungsrecht und Waffenrecht ein. So gelang es ihm, diese nicht selten heikle Kombination den Anwesenden nachvollziehbar näherzubringen.
Mit einem Beitrag aus der Welt des Geheimschutzes, der sich mit dem Umgang mit Verschlusssachen befasste, endete um 15 Uhr die sechste Ausgabe des Veranstaltungsformats. Tagungsleiter Olaf Weddern hatte die Aufgabe übernommen, den Tag als Moderator zu begleiten, was ihm wie im Vorjahr perfekt gelang – selbst „die Technik“ konnte mit seiner Hilfe bei Havarien von Video-Dateien wieder zur Mitarbeit überredet werden.
Nachdem schon am Vorabend ein Abendessen der Referenten und Freunde der Veranstaltung im kleinen Kreis ahnen ließ, dass auch in diesem Jahr die Mischung stimmen würde, belegten die Rückmeldungen der Gäste beim Händeschütteln mit den Organisatoren, dass diese Erwartung erfüllt worden war. Und so wird auch für 2027 mit dem siebten Altenholzer Forum zum Waffenrecht, mit dessen Planung bereits begonnen worden ist, eine interessante Veranstaltung im (Dienst-) Kalender zu notieren sein.
©Foto: Stefan Reimann

